Behindertenpauschbetrag

Steuerpflichtige, die aufgrund einer Behinderung beeinträchtigt sind, können anstelle des §33 EStG einen Pauschalbetrag geltend machen.

Die Pauschale erhalten behinderte Menschen,

  1. deren Grad der Behinderung mindestens zu 50 Prozent festgestellt worden ist.
  2. deren Grad der Behinderung auf weniger als 50 Prozent, aber mindestens zu 25 Prozent festgestellt worden ist. Wenn entweder: – laufende Bezüge nach gesetzlichen Vorschriften zustehen, oder – die Behinderung zu einer dauernden Einbüßung der körperlichen Beweglichkeit geführt hat, oder – die Behinderung auf einer typischen Berufskrankheit beruht.

Für die unterschiedlichen Behinderungsgrade sind unterschiedliche Pauschbeträge anzusetzen:

Grad der Behinderung Anzusetzender Pauschbetrag
Von 25 bis 30 310 Euro
Von 35 bis 40 430 Euro
Von 45 bis 50 570 Euro
Von 55 bis 60 720 Euro
Von 65 bis 70 890 Euro
Von 75 bis 80 1.060 Euro
Von 85 bis 90 1.230 Euro
Von 95 bis 100 1.420 Euro

Die Pauschbeträge können einmal im Jahr angesetzt werden. Dabei spielt es keine Rolle, zu welchem Zeitpunkt im Jahr die Behinderung eingetreten ist.

Bei blinden und hilflosen Menschen erhöht sich der Pauschbetrag auf 3.700 Euro im Jahr.

Hilflos ist eine Person, wenn sie bei häufig und wiederkehrenden Verrichtungen, zur Sicherung der Existenz, auf fremde Hilfe angewiesen ist.

Pflegepauschbetrag

Pflegt ein Steuerpflichtiger eine andere hilfsbedürftige Person, die nicht nur vorübergehend hilflos ist, so entsteht ihm eine außergewöhnliche Belastung. Er kann anstelle des §33 EStG einen Pflegepauschbetrag in Höhe von 924 Euro im Jahr geltend machen. Dabei reichen die Überwachung und die Bereitschaft zur Hilfeleistung am jeweiligen Ort der Pflege aus.

Wichtig dabei ist:

  1. Die Pflege findet in der Wohnung des zu Pflegenden oder des Pflegers statt. Die Pflege muss dabei im Inland stattfinden.
  2. Der Pflegende darf für die Tätigkeit keine Einnahmen erzielen (Ausnahme: Eltern, die Pflegegeld für das behinderte Kind bekommen).

Wird eine hilflose oder behinderte Person von mehreren Steuerpflichtigen gepflegt, so wird der Pauschbetrag durch die Anzahl der pflegenden Personen geteilt, wenn die obigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Pauschbeträge können in entsprechender Höhe ohne Einzelnachweis über die tatsächlich angefallenen Kosten erstattet werden.

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