Jeder Schuldner einer Leistung hat nach § 368 BGB das Recht, für seine beglichene Zahlung eine Quittung zu erhalten. Diese dient ihm als Beleg und Beweis, dass er die Forderung bezahlt hat. Dabei stellt immer der Zahlungsempfänger die Quittung aus.

Wo erhalte ich Quittungen?

Quittungsblöcke sind in vielen Schreibwarenläden erhältlich.

Quittung richtig ausstellen/ schreiben

Oben wird der Nettobetrag eingetragen (Betrag ohne Mehrwertsteuer). Darunter kommt der anzuwendende Mehrwertsteuerbetrag. Da der Quittungsbetrag einen Mehrwertsteuerbetrag von 19 oder 7 Prozent enthalten kann, wird der Steuersatz davor geschrieben. Anschließend wird darunter der Bruttobetrag geschrieben, der sich aus dem Nettobetrag und der Mehrwertsteuer ergibt. Alternativ kann auch nur der Bruttobetrag eingegeben werden.

Berechnung der Beträge

Wenn nur der Bruttobetrag bekannt ist, kann der Netto- und Mehrwertsteuerbetrag leicht errechnet werden, ohne einen komplizierten Dreisatz anzuwenden.

Normaler Steuersatz von 19% Bruttobetrag : 1,19= Nettobetrag
Bruttobetrag – Nettobetrag = Mehrwertsteuerbetrag

ermäßigter Steuersatz von 7% Bruttobetrag : 1,07 = Nettobetrag
Brutobetrag – Nettobetrag = Mehrwertsteuerbetrag

Wenn nur der Nettobetrag bekannt ist hilft folgende Rechnung:

Normaler Steuersatz von 19%
Netto x 1,19 = Bruttobetrag
Netto x 0,19 = Mehrwertsteuerbetrag

ermäßigter Steuersatz 7%
Netto x 1,07 = Bruttobetrag
Netto x 0,07 = Mehrwertsteuerbetrag

Ausschreiben des Bruttobetrages:

Unterhalb des Bruttobetrages wird der Betrag in Worten ausgeschrieben. Wenn eine Quittung einen Bruttobetrag von beispielsweise 300 Euro ausweist wird  „dreihundert“ in die Zeile geschrieben.

Das wird gemacht, damit die Quittung im Nachhinein nicht geändert werden kann. Vor und nach dem ausgeschriebenen Betrag wird ein Minusstrich gemacht, sodass auch hier nichts verändert werden kann.
Sollte der Betrag 300,10 Euro betragen, werden die Cents mit aufgeschrieben. In diesem Fall „dreihundert und zehn cent“.

Wie schreibt man eine Quittung:

Die Zeile „Von“:
In der Von- Zeile wird der Name desjenigen eingetragen von dem das Geld stammt, also der Name des Schuldners.
Die Zeile „Für“:
In die Für-Zeile wird der Verwendungszweck eingetragen, also wofür der Schuldner bezahlt hat. Das kann eine Ware oder eine Leistung sein.
Datum und Ort:
Unten links wird das aktuelle Datum und der Ort eingetragen.
Unterschrift:
Rechts neben dem Datum unterschreibt der Zahlungsempfänger, mit Firmenstempel versehen.

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12 Kommentare

  1. Max Nguyen

    Danke für diesen Beitrag.
    Bis zu welchem Betrag stellt man Quittungen aus bzw. ab welchem Betrag wird eine Rechnung ausgestellt?
    mfg.

    Antworten
    • Steuerberaterin Susanne Schmidt

      Quittungen bzw. Kleinbetragsrechnungen stellt man bis max. Euro 150,00 aus und ab Euro 150,00 bedarf es einer ordnungsgemäßen Rechnung.

      Liebe Grüße

      Susanne Schmidt

      Antworten
  2. INA

    Wie ist es, wenn ich auf einen Markt Quittungen Ausschreiben. Man fragt doch nicht jeden Kunden nach seinen Namen? LG

    Antworten
    • Steuerberaterin Susanne Schmidt

      Der Kunde sollte dies erfragen, wenn er die Quittung später beim Finanzamt einreichen möchte. Sie müssen auf dem Markt die Einnahmen sowieso nachhalten. Dies muss natürlich nicht mit Quittungen sein, die den Namen des Kunden beinhalten.

      Antworten
  3. Zoya

    Ist es nicht so, dass man Quittungen ausstellt, um nachzuweisen, dass der Betrag BAR bezahlt wurde? Quittung und Kleinbetragsrechnung ist ja nicht das gleiche. Ich kann ja eine Rechnung für über € 5.000,00 schreiben und wenn die Zahlung „unerwartet“ bar erfolgt ist, d.h. mir fehlt die Notiz auf der Rechnung, dann kann ich hierzu ja eine Quittung erstellen, oder etwa nicht?

    Antworten
    • Steuerberaterin Susanne Schmidt

      Sicherlich gibt es hier eine Überschneidung der Begrifflichkeiten. In Ihrem geschilderten Sachverhalt würde man dann auf der „Quittung“ angeben, dass man die Zahlung von Kunde xy für Rechnung xy erhalten hat.

      Antworten
  4. Jenny

    Wenn man Studenten für z. B. das Verteilen von Flyern etc. eine Quittung ausstellen muss, da die Firma ja eine Barentnahme machen muss und der Student gar keine Rechnung schreiben kann. Wo soll dann der Name des Studenten rein? Oder reicht jetzt doch nur eine Unterschrift?
    Und ist die Grenze hier wirklich 150€?

    Antworten
    • Steuerberaterin Susanne Schmidt

      Eine Kleinbetragsrechnung/Quittung stellen Sie als Unternehmer aus, für Leistungen oder Lieferungen die Sie erbracht haben. Wenn Sie einem Studenten Entgelt für das Verteilen von Flyern zahlen wäre zu prüfen, ob der Student bei Ihnen als Arbeitnehmer, z.B. als kurzfristig Beschäftigter zu behandeln ist. Die im vorgenannten Beitrag genannte Grenze gilt für Kleinbetragsrechnungen und hat in keiner Weise etwas mit Beschäftigungsverhältnissen zu tun.

      Antworten
  5. Tanja

    Hallo,
    Ich habe ein Kleingewerbe und organisiere Flohmärkte. Genügt es, wenn ich für die Tischvermietungen eine Quittung (per Quittungsblock) ausstelle oder muss es eine „ordentliche“ Rechnung sein?
    Vielen Dank.

    Antworten
    • Steuerberaterin Susanne Schmidt

      Sofern es sich um eine Kleinbetragsrechnung (Brutto bis Euro 150,00) handelt ist eine Quittung per Quittungsblock mit folgenden Angaben ausreichend:

      · Namen und Anschrift des leistenden Unternehmers,

      · das Ausstellungsdatum,

      · die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung und

      · das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag in einer Summe sowie

      · den anzuwendenden Steuersatz oder Hinweis auf Kleinunternehmerregelung

      · im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt

      Antworten
  6. Steffen

    Guten Tag,

    danke für die guten Beiträge.
    Meine Frage: In der Quittung muss zwingend stehend, wer die Quittung ausgestellt hat, also Name und die Anschrift des Ausstellers.
    Reicht dazu der Stempel? Oder an der Stelle des Stempels die Angaben zum Aussteller?

    Vielen Dank

    Antworten
    • Steuerberaterin Susanne Schmidt

      Sofern der Stempel die erforderlichen Angaben (Name und Anschrift des leistenden Unternehmers) enthält,

      ist das durchaus eine praktische Lösung für eine Quittung (Kleinbetragsrechnung bis Brutto 150,00 Euro).

      Antworten

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